Ozontherapie

Der Mensch ist so alt, wie sein Sauerstoff-Versorgungssystem
Zur Erhaltung von Leben ist unaufhörlich die Zufuhr von Sauerstoff (O2 ) notwendig. Ein Leben ohne Nahrungszufuhr ist für etwa vier Wochen, ohne Flüssigkeitszufuhr für etwa vier Tage, ohne Sauerstoff etwa vier Minuten möglich. So ist das Überleben und die Funktionstüchtigkeit jeder einzelnen Zelle von der ständigen Zufuhr von Sauerstoff abhängig. Atmung, Herz, und Kreislauf dienen ausschließlich seiner Bereitstellung. Die 3-atomige Sauerstoff-Verbindung (O3) Ozon ist eine energetische Form des normalen atmosphärischen Sauerstoffs, dessen Moleküle aus zwei Sauerstoffatomen aufgebaut sind.
Bei der Ozontherapie wird medizinisches Ozon verwendet, das ist immer ein Gemisch aus reinstem Ozon und reinstem Sauerstoff. Die Ozonkonzentration variiert je nach Anwendung von 1-100 µg/ml (0,05-5% O3) Das Ozon-Sauerstoffgemisch geht mit dem Reaktionspartner z.B. Blut eine momentane chemische Verbindung ein, was wirkt ist das Reaktionsprodukt. Die Ozontherapie ist eine risikoarme Therapie und wird oft auch als ergänzende Maßnahme zu anderen Behandlungsarten durchgeführt.
Eigenschaften und Wirkung des medizinischen Ozons
Medizinisches Ozon hat eine stark ausgeprägte Bakterien tötende, Pilz tötende und Viren inaktivierende Wirkung. Der Einsatz des medizinischen Ozons zur Desinfektion von infizierten Wunden, Pilzbefall und Mischinfektionen wird daher sinnvoll. Bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen und zur Revitalisierung nutzt man die durchblutungsfördernde Eigenschaft. Durch die Aktivierung des Stoffwechsels der roten Blutkörperchen kommt es zur verbesserten Sauerstoffabgabe. Die Immunsystem aktivierende Wirkung - durch niedrige Ozonkonzentration - ist bei einer schlechten Immunlage und bei Immundefizit sinnvoll.
Anwendungsbereiche
- Arterielle Durchblutungsstörungen: peripher (Raucherbein), zerebral (Hirn), koronar (Herzkranzgefäße)
- Entzündliche und degenerative Gelenkserkrankungen
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Magen- und Darmerkrankungen
- Fettstoffwechselstörungen
- Diabetes mellitus
- Lebererkrankungen
- Hautpilze und infizierte Hautverletzungen
- Infizierte Wunden
- zur allgemeinen Revitalisierung vor und nach Operationen, nach schwerer Krankheit, im Alter
also
- Aktivierung aller Reparaturmechanismen
- Anregung zur Wundheilung
- Ankurbelung des Nachschubs von Abwehrzellen (Die Abwehrzellen z.B. Killerzellen werden durch Ozon geradezu explosionsartig aktiviert. Der Aktivierungsgrad beträgt das 10 000 fache)
- Verringerung des Infektrisikos
- Stoffwechselbeschleunigung von Leber und Niere (schnelle Entgiftung)
- Stärkung des Bindegewebes (Bollwerk gegen Krebswachstum)
- Verbesserung der Durchblutung (Gefäße weiten sich, rote Blutkörperchen werden elastischer, Sauerstoffgehalt steigt auch in bisher schwer zugänglichen Körperregionen
Anwendungsformen und Indikationsbereiche der Ozontherapie
große Ozon-Eigenblutbehandlung
- Die GEB erfolgt unter streng aseptischen Kautelen, entsprechend denjenigen einer Bluttransfusion. Es werden 50 bis 100 ml patienteneigenes Blut außerhalb des Körpers mit einer exakt definierten Ozonmenge angereichert, das mit den roten und weißen Blutkörperchen reagiert. Dieses behandelte Eigenblut wird dem Patienten in einer Tropfinfusion unmittelbar wieder zugeführt. Die GEB ist speziellen Indikationsbereichen vorbehalten. Es handelt sich dabei um die periphere arterielle Durchblutungsstörung (pAvK), die zerebrale Durchblutungsstörung (Insult, TIA), Durchblutungsstörungen des Auges (Retinopathien), Durchblutungsstörungen des Innenohrs (Hörsturz, Tinnitus), virale Erkrankungen (Hepatitis B,C, Herpes simplex, Zoster), Immunschwäche und Onkologie.
kleine Ozon-Eigenblutbehandlung
- Bei der KEB wird mit einer sterilen, pyrogenfreien 20-ml-Einweginjektionsspritze unter aseptischen Kautelen intravenös 5-10 ml Blut entnommen, in der Einwegspritze mit 10 ml Ozon-Sauerstoff-Gemisch vermischt und langsam intramuskulär ventrogluteal (Gesäßmuskel) reinjiziert. Indikationen sind Akne vulgaris, Allergien, Adjuvans bei Krebsbehandlungen und Immunaktivierung.
äußere Ozon-Verabreichung
- Bei der lokalen Anwendung des Ozon-Sauerstoff-Gemisches in Form der Haut- bzw. Wundbegasung steht die desinfizierende und deodorierende Wirkung des Ozons im Vordergrund. Indikationen der wundheilungsfördernden Wirkung der transkutanen Beutelbegasung bzw. Ozon-Vakuum-Begasung (Strumpf, Glocke) oder dem Ozon-Wasser sind: Externe Ulzera (Ulcus cruris, Dekubitalgeschwüre), Verbrennungen superinfiziert), Hautläsionen (Wunden), lokale Infektionen (Schmierinfektionen, Herpes simplex, Zoster, Pilzbefall) Ozonisiertes Olivenöl hat ebenfalls eine wundheilungsfördernde Wirkung und findet zur Langzeitbehandlung von Verletzungen, Verbrennungen, bei Lokalinfektionen sowie zur Nachbehandlung von Ulcus cruris und Dekubitalgeschwüren Anwendung.
rektale Ozon-Verabreichung
- Dabei handelt es sich um eine der ältesten Applikationsformen der Ozontherapie die zunehmend mehr als systemische Therapie - und bereits als Alternative zur GEB (vorzugsweise in der Kinderheilkunde) - eingesetzt wird. Die rektale Verabreichung des Ozon-Sauerstoff-Gemisches durch einen Rektalkatheter führt zu einem Anstieg des Sauerstoffpartialdruckes in der Darmwand und den Mesenterialgefässen, der Vena portae und im Leberparenchym. (Ein Beweis für die Darmwanddiffusion). Indikationen sind entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Proktitis), Analfisteln und -fissuren und Revitalisierung bei virusbedingten Erkrankungen.
Injektionen in Gelenke
- Intraartikuläre Injektionen werden z.B. bei entzündlichen Gelenkerkrankungen – meistens in der orthopädischen Praxis durchgeführt.
Kontraindikationen
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Glucose-6-Phosohat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus)
- Sichelzellanämie
- HIV Infektion